DirektorInnenumfrage an Vorarlbergs Pflichtschulen

Eine Umfrage der FSG-PflichtschullehrerInnengewerkschaft, an der 104 Vorarlberger SchuldirektorInnen teilgenommen haben, bestätigt klar: Viele LeiterInnen sind überlastet.

Immer mehr Bürokratie, immer weniger Pädagogik

Bund und Land verordnen immer mehr Zusatzaufgaben, ohne dass dabei auf die Herausforderungen des täglichen Schulalltages und die zeitlichen Ressourcen vor Ort Rücksicht genommen wird. SchulleiterInnen werden immer mehr als Buchhalter und Schreibkräfte der Schulverwaltung missbraucht. Das geht zu Lasten der pädagogischen Unterstützung des Lehrpersonals.

Die Arbeit der Schulleitung ist von Jahr zu Jahr umfangreicher geworden: Immer mehr Administration und Verantwortung, aber damit immer weniger Zeit für die Kernaufgabe Pädagogik und das trotz steigender Erziehungsaufgaben.

LehrerInnen brauchen bei Lernproblemen und Verhaltensauffälligkeiten der SchülerInnen die pädagogische Unterstützung durch die Schulleitung. Aber dafür bleibt kaum Zeit.

Ergebnisse:

  • Die Beteiligung von 42 Prozent aller Vorarlberger SchulleiterInnen an unserer Befragung unterstreicht, wie groß die Sorge und Belastung ist.
  • 85 Prozent meinen, dass Schulautonomie zumeist Mangelbewirtschaftung und zusätzliche Belastung bedeutet.
  • 92 Prozent aller befragten SchulleiterInnen an Vorarlbergs Pflichtschulen sind der Meinung, dass die Bürokratie die Pädagogische Leitung behindert.
  • 93 Prozent geben an, dass die Vielzahl der Testungen und Dokumentationen nicht den schulautonomen Mehrwert für den Standort bringen.
  • 92 Prozent wünschen sich eine klare Beschreibung ihrer Leiterrolle und sind der Meinung, dass zu wenig Unterstützungspersonal und administrative Entlastung vorhanden sind.
  • Die LeiterInnen beklagen, dass auch die Lehrpersonen immer mehr belastet werden
  • Der LehrerInnenmangel bereitet den DirektorInnen Kopfzerbrechen. 
  • Die Schulen hätten viel zu wenig Unterstützungspersonal.
  • Besonders häufig wird erwähnt, dass die dauernden Reformen und Gegenreformen der Bildungspolitik sowie überhastet eingeführte Neuerungen sich sehr frustrierend auf LeiterInnen und LehrerInnen auswirken.

Hilferuf

Der Beruf wird unattraktiver und damit finden sich immer weniger BewerberInnen für frei werdende LeiterInnenstellen. 
Das Ergebnis dieser Umfrage ist ein Hilferuf an die Landes- und Bundespolitik und an die Bildungsdirektion. Wir werden dieses Ergebnis an die Schullandesrätin, die Bildungsdirektorin und die BildungssprecherInnen aller Vorarlberger Parteien weiterleiten. Im Herbst werden wir auch den neuen Bildungsminister damit konfrontieren.

Hauptforderungen der Freien LehrerInnen:

  • eine ordentlich administrative Entlastung oder die Trennung von administrativer und pädagogischer Leitung
  • höheres Gehalt
  • bedeutend mehr Unterstützungspersonal
  • Schluss mit den dauernden von Ministerium und Bildungsdirektion bestimmten Reformen und Dokumentationen
  • Neubewertung der LeiterInnentätigkeit
  • Senkung der Unterrichtsverpflichtung
  • eine wirkliche demokratische Autonomie an den Schulen

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