Kritik und Forderungen der Vorarlberger LehrerInnengewerkschaft und Personalvertretung

Bundesregierung proklamiert Schule als Insel der Seligen. Die Vorarlberger Vertretung der PflichtschullehrerInnen bündeln die Sorgen ihrer KollegInnen und präsentieren ihre Forderungen.

Hieß es am vergangenen Freitag in einer Aussendung der Bildungsdirektion an die Schulen, dass es auch nach den Ferien keine Änderung der Schulampel in Vorarlberg geben werde, alle Schulen weiterhin auf GELB geschaltet bleiben würden und dass diese Entscheidung das Land Vorarlberg gemeinsam mit dem Bildungsministerium getroffen habe, ließ Bundeskanzler Kurz am nächsten Tag verlauten, dass es in den Oberstufen nun doch kein Präsenzunterricht mehr stattfinden wird. Diese Regierung agiert chaotisch und rennt von einer Pressekonferenz zur anderen.

 

Willi Witzemann, Vorsitzender der Vorarlberger Personalvertretung für PflichtschullehrerInnen, hält fest:

 

„Rundherum kommt das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen, die LehrerInnen als systemrelevante Berufsgruppe versuchen, Ihren Beitrag zu leisten, um weitestgehend für Normalität zu sorgen und die Pflichtschulen offen zu halten. Dazu bedarf es aber vieler Schutzmaßnahmen: Verdünnung in den Klassen, kleinere Gruppen und vor allem mehr Personal!“


Kein Verständnis hat Witzemann, dass in dieser schwierigen Situation die Landesregierung weiterhin Sparpakete bei den Pflichtschulen schnürt. „Gerade in diesen Zeiten kürzt die Bildungsdirektion und das Land Vorarlberg den Schulen Ressourcen. Wir fordern hier ein MEHR an Unterstützung, um Schulen und damit Kinder und LehrerInnen, bestmöglich durch die Pandemie zu führen! 


Vorarlbergs Vorsitzende der PflichtschullehrerInnen Alexandra Loser regt an, schwangeren KollegInnen bei weiter steigenden Infektionszahlen den Wechsel ins Home Office zu ermöglichen. 

„Selbstverständlich sind wir uns der gesellschaftlichen Verpflichtung im Klaren und werden so lange wie möglich das Bildungs- und Betreuungsangebot an den Schulen aufrechterhalten. Die Schule ist ein Ort der Begegnung und von größter Wichtigkeit für die soziale Entwicklung von SchülerInnen. Für das langfristige Offenhalten der Schulen muss der Minister aber die Sicherheitsbedingungen und Schutzmaßnahmen für Lehrpersonen erhöhen.“

Das geforderte Sicherheitspaket muss mit der LehrerInnengewerkschaft abgestimmt sein und folgende Punkte enthalten:

 

·    rasche und flächendeckende Testung und Auswertung bei SymptomträgerInnen

·    geeigneten FFP-Masken für alle KollegInnen, die eine solche verlangen

·    Schulautonome Möglichkeit zur Umstellung auf einen Schichtbetrieb

 

„Die steigenden Infektionszahlen führen in der Gesellschaft zu großen Unsicherheiten und Ängsten. LehrerInnen stehen täglich in intensivem Austausch mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es gilt alle Beteiligten bestmöglich zu schützen! Nur so kann das Vertrauen der Erziehungsberechtigen in den Schulbesuch aufrechterhalten werden“, ist Alexandra Loser überzeugt.

 

Die Sicherheit der PädagogInnen und SchülerInnen steht an erster Stelle!“, betont Alexandra Loser abschließend.

 

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